Im kommenden Jahr soll ja , ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl , das Gehalt der Kollegen einsehbar sein.
Was denkt ihr? Wird Drehbank Dieter sauer auf Fräsenfritz ,dem der Chef gesagt hat " red da nicht drüber,ich zahl dir schon mehr als den anderen" ? Oder Leiharbeiter Leo bekommt leicht raus ,was sein Chef so für ihn abrechnet?
Wird es dann mehr Fluktuation , Weiterbildungsversuche oder einfach gar nix geben , weil neue gute jobs gerade keine da sind?
Oder Produktivität noch weiter runter und gelbe Scheine rauf?
Oder der andere Weg , die Firmen finden einen Weg es zu lassen wie es ist.
Bin gespannt auf eure Meinungen.
Ich glaube es wird keine Einsicht in die Gehälter der Kollegen geben. So wie ich die EU Richtlinie verstanden habe sollen Arbeitnehmer ein Recht darauf haben das Durchschnittseinkommen der Kollegen mit einer gleichen oder sehr ähnlichen Jobbezeichnung/-beschreibung einzusehen. Man wird sein eigenes Gehalt also nur mit dem Durchschnitt vergleichen können.
Oder hat das jemand anderes Infos?
Zudem kann es bei einer zu kleinen Anzahl von Kollegen, die eine gleiche Jobbezeichnung haben, auch zu Problemen kommen und abgeriegelt werden: wenn neben mir nur eine weitere Person in der gleichen Rolle arbeitet, ist der Durchschnitt schon etwas sehr enthüllend.
Und bei einem solchen Durchschnitt wäre es dann noch spannend, wie die Stunden berücksichtigt werden, wenn es Teilzeitkräfte gibt.
Teilzeit wird auf vollzeit hochgerechnet, wie soll das auch sonst funktionieren?
So müsste es zumindest sein, wenn man gewillt ist eine transparente Übersicht zu geben. Muss man halt am Ende sehen wie die Gesetze ausformuliert sind.
Wobei das streng genommen auch die Zahl verfälschen kann. Es gibt einige Berufe da ist es nicht sinnvoll als 50% Teilzeitkraft die Hälfte einer Vollzeitkraft zu verdienen. Hochgerechnet zieht diese dann den Durchschnitt runter.
Glaube das Gesetz wird genau soviel bewirken wie das Zeiterfassungsgesetz (nichts)
Was für Berufe wären das?
Das sind wenige, aber es gibt sie. Zum Beispiel Anwalt in einer Tier 1 Großkanzlei. Hier sind Wochenarbeitszeiten von 80-100 Stunden nicht unüblich. Alle Überstunden sind durch das üppige Gehalt (teilweise über 150k€ für Berufseinsteiger) abgegolten. Wenn jetzt jemand nur 50% arbeitet wegen Kindererziehung - also 20 Stunden / Woche - ist die Wertschöpfung nicht halb so hoch wie die der Vollzeitkraft. Anders verhält es sich, wenn die Teilzeitkraft dann tatsächlich 40-50 Stunden arbeitet bei 50% Bezahlung. Das passiert nur selten, da es ja meist einen Grund dafür gibt, dass die Person Teilzeit arbeitet (z.B. Pflege oder Kindererziehung).
Das sind aber wie gesagt schon sehr spezielle Beispiele, aber es gibt sie.
Sorry, aber 80 bis 100 Stunden pro Woche kommen aus dem Land der Märchen. Ich sage dir jetzt nicht was ich beruflich mache aber diese Aussage kannst du getrost ins Land der Märchen verfrachten. Selbst in hyperskalierenden Unternehmen findest du seltenst Menschen die produktiv mehr als 10 Stunden arbeiten können. Wenn jemand jeden Klo- Gang, jede Kippe und jede Zeit einer etwaigen Bereitschaft + Crunch Times einfach Mal aufs ganze Jahr hochrechnet, ja dann kannst du irgendwas von 80 Stunden faseln aber in der Realität sind das irgendwelche Frischlinge die mit Chat gpt irgendeinen Prozess vorbereiten und denen dann einer abgeht wenn sie erzählen, dass sie 148 Stunden pro Tag arbeiten...
In so einer Kanzlei ist das aber sowieso hinfällig. Da wird der Stundenlohn auch nicht auf die 80-100 Stunden gerechnet sondern auf das was im Arbeitsvertrag steht. Ich bezweifle auch stark das dort eine Teilzeitkraft mit 20h arbeitet und den gleichen Job, den diese 80-100h Kraft hat.
€/h
Beim Jahresurlaub muss eine teilzeitkraft ja auch einen vollen Urlaubstag nehmen obwohl er/sie nur z.b. 4 stunden täglich arbeitet.
Liegt das vllt daran, dass Urlaub nach Arbeitstagen und nicht nach Arbeitszeit bemessen wird? …
Ähm, das geht in Deutschland seit 2017 und nennt sich Entgelttransparenzgesetz und wurde von Arbeitnehmern kaum beansprucht. Die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie hat primär Auswirkungen für die Arbeitgeber und sieht auch deren Bestrafung vor.
https://news.kununu.com/entgelttransparenzgesetz/
Nein, das neue Gesetz bietet auch für Arbeitnehmer deutlich mehr Einsicht.
Beispielsweise werden in Zukunft auch die Kollegen des gleichen Geschlechts berücksichtigt. Bisher kannst du nur das Durchschnittsgehalt des anderen Geschlechts erfragen. Als Mann in einem fast ausschließlich männlichen Team hattest du damit de facto kein Auskunftsrecht, wenn es einfach nicht genug Frauen in deinem job gab.
Soweit mir bekannt, geht das mit dem Entgelt-Transparenz-Gesetz aber erst in Unternehmen ab einer größe von mindestens 200 Mitarbeitern. Mit dem neuen Gesetz soll das, soweit ich das richtig verstanden habe, auf 50 Mitarbeiter reduziert werden. Man hat also dann auch in "kleineren" und mittelständischen Unternehmen die Chance mehr Einsicht in die Gehälter von Kollegen mit Äquivalenten Job-Beschreibungen zu haben.
Gibt es das nicht schon? Nennt sich tariftabelle
Also wieder viel Lärm um nichts, Hauptsache Brüssel kann ne neue Verordnung raushauen? Einen ganz guten Blick auf die Gehälter sehe ich ja eh schon bei Kununu oder Glassdoor
Es ist ein zweischneidiges Schwert. Am Anfang und für den Durchschnitt ist es gut.
Aber z. B. In Norwegen ist es schon so dass du das Gehalt jeder Person einsehen kannst. Brauchst nur einen Ausweis. Und da gibt es schon erste Schattenseiten, z. B. Stagbierende Löhne bei häufig vorkommenden Jobs bei denen Arbeitnehmer keine Verhandlungsmacht haben.
Beispiel Kassierer. Als das Gesetz eingeführt wurde , war es super. Die Gehälter wurden alle angeglichen, im Schnitt auf ein höheres Gehalt.
Aber dann? Lohn bleibt gleich. Jeder der mehr will, wird abgelehnt mit "denkst du wirklich dass ich dir das höchste Gehalt aller Kassierer in ganz Norwegen zahle?"
Genau das sind tödliche Schattenseiten solcher Gesetze.
Besondere Leistung wird bestraft und alle pendeln sch irgendwo im Mittelmaß ein.
Eher jeder macht nur noch soviel er gerade machen muss um nicht der schlechteste Kassierer Norwegens zu werden.
Das machen schon alle ohnehin
Man wird auch kaum belohnt wenn man mehr leistet, außer man fordert es vehement ein und hat auch kein Problem zu kündigen.
Blödsinnige Schlussfolgerung. Das Gesetz sorgt nur für Transparenz, nicht dafür, trotz schlechter Leistung besser bezahlt zu werden.
Genau so ist es. Kannst dich anstrengen wie du willst, wird dadurch noch schwerer ein höheres Gehalt rauszuhandeln. Chef sagt einfach er kann nicht höher gehen weil es nicht ins Gehaltsgefüge passt.
Verdienen dann eigentlich auch alle Torwärter oder Fußball Trainer exakt gleich? Ist da der selbe Job ..
Kommt auf die Ausgestaltung des gesetzten an ob das überhaupt offengelegt werden muss....wenn ab 30 Beschäftigten alles offen sein muss auch wenn es von einer Gruppe nur zwei gibt dann wohl schon. Wenn es erst ab 30 Beschäftigten der gleichen Gruppe sein muss wird es wenige Vereine mit 30 Torhütern geben.
Und da ist dann tatsächlich Leistung und wechselmöglichkeit stark beschränkt sodass es trotzdem welche geben wird die gut verdienen und welche die schlechte verdienen
Starkbiere?
Da der Jobmarkt momentan eher mau ist, bezweifle ich, dass da viel passieren wird. Wird bestimmt vereinzelt ein paar Klagen geben, dann kommt der AG und sagt, dass der eine Mitarbeiter halt XYZ mehr/besser macht und das wars.
Ist ein gutes Gesetz aber glaube kaum, dass sich viel ändern wird.
Das kommt sehr auf die Branche und den Job an.
Wir haben immer noch Bedarf an guten Leuten.
Dürfen halt nichts kosten
Klar, aber es sind nicht mehr viele Branchen, in denen es so ist.
Ist der denn mau?
Mit den Unternehmen mit denen ich spreche , haben alle grosse Probleme, geeignetes Personal zu finden. Mein neuer Arbeitgeber hat ca. Ein Jahr Gesucht, bis ich eingestellt wurde.
Zur Frage: ich weiss, dass mein Arbeitgeber da wohl struggle hat und sehr viele Stufen eingebaut hat 😅, bin mal gespannt
Dann sprich mal mit Andrea Nahles, die unsere Arbeitslosen verwaltet (rhetorische Spitze von mir).
"Wie ein Brett" und "ohne Schwung" waren ihre Worte.
Und es gibt einen Indikator - wir alle sind sicher Genies haben ihn erdacht -, wir wissen nicht von wo nach wo er geht, ob er logarithmisch ist oder linear und worum es überhaupt geht, ABER der ist sonst auf 7 und jetzt auf 5.7. Deutlicher kann man es glaube ich nicht sagen.
An dieser Stelle Danke an die.klügsten Männer und Frauen die wir im Land haben, kein Grund zu Beunruhigung, die sind dran (außer vielleicht Frau Bas, die macht Klassenkampf).
Aktuell kommen ungefähr 2,9 Mio Arbeitslose (Tendenz steigend) auf rund 650.000 offene Stellen (Tendenz sinkend). Also ja, nicht gut.
Die 650.000 sind nur die bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen. Das sind in der Regel nur ca. 50%. Tatsächlich offene Stellen sind es doppelt so viele.
Ändert jetzt nicht allzu viel, aber es ist nicht ganz so übel
Guter Punkt, da hast du Recht.
Kommt natürlich immer auf den Sektor an, aber in vielen ist es aktuell wirklich nicht gut.
Welche da wären?
Der Jobmarkt ist mau? Nur für die, die nichts arbeiten wollen
Nein, er ist in vielen Bereichen mau. Klar wenn du für Mindestlohn einer einfachen Tätigkeit nachgehen willst, gibt es genug. Dafür ist dieses Gesetz aber nutzlos.
In welcher Branche suchst du denn? Die Firmen suchen doch Fachkräfte. Allerdings möchte manch einer ohne Ausbildung genausoviel verdienen wie einer der schon jahrelang im Beruf arbeitet. Das wird nicht funktionieren. Und arbeiten muss man überall.
Ich suche garnicht. Aber in vielen „sicheren“ Branchen wird es immer schwieriger. Alles in der Autobranche und was damit zusammenhängt zum Beispiel und das ist in Deutschland sehr viel. Oder selbst die IT ist übersättigt. Klar als Senior mit Erfahrung bekommst du noch was aber als Junior wirds schwierig oder die Bedingungen sind scheiße. Die Zeiten, in denen man mit einem einfachen Zertifikatkurs mit Handkuss genommen wird sind vorbei.
Gesundheitssektor ist noch relativ einfach was zu bekommen, die Bedingungen sind da aber schon immer schlecht.
Um Konflikte zu vermeiden werden Gehälter bei gleicher Jobbezeichnung immer mehr angeglichen werden obwohl die Leistung von Person zu Person nun Mal sehr sehr unterschiedlich ist. Folglich werden Mitarbeiter die mehr leisten keinen Grund mehr sehen sich anzustrengen und weniger leisten.
Generell sehe ich ein Potenzial für ein "race to the bottom" was die Anstrengungsbereitschaft angeht.
Ich hoffe ich irre mich.
Befürchte ich auch. Insbesondere in der Software Entwicklung kann ein einziger exzellenter Dev besser und schneller sein als ein Team von 10 mitteltalentierten devs. Da hat gleiche Bezahlung gar nichts zu suchen trotz gleicher Job Bezeichnung.
Es ist ja nicht verboten unterschiedlich zu bezahlen. Sollte nur eben transparent sein.
Das Problem bei solchen Regelungen ist leider, dass die schlechten Kollegen die im besten Fall unteres Mittelmaß sind sich selbst natürlich nicht so einschätzen und dann mit Forderungen zum Vorgesetzten kommen.
In jeder Firma gibt es Menschen die das vielfache ihrer Kollegen leisten trotz gleicher Jobbezeichnung und bei einem guten Chef dann halt entsprechend deutlich mehr verdienen.
Dann muss sich die Personalabteilung eben einfach mehr anstrengen bei ihrer Arbeit und begründen das jemand anderes einfach besser ist. Hilft dann ja auch vielleicht demjenigen der denkt er sei so gut und er könnte mehr leisten.... Wird aber eher darauf hinauslaufen das in dem fall eben ein softwareentwickler basic, 4th grade, 3th grade usw titel eingeführt wird und schon ist das Problem behoben
Nicht wirklich. Wenn transparent und klar ist welche Leistungen welchem Gehalt entsprechen haben die überhaupt keine Grundlage sich zu beschweren.
Nur das Gehalt aber nicht die Kriterien transparent zu machen funktioniert natürlich nicht.
Gibt's übrigens auch genauso in die andere Richtung. Ist nun auch wirklich keine Seltenheit das jemand wirklich viel tut und der geizige Arbeitgeber faule Ausreden für wenig Lohn von sich gibt. Bis der Arbeitnehmer dann einfach geht.
Arbeite auch mittelmäßig, könnte mehr machen, aber wieso sich kaputt arbeiten für mein niedriges gehalt trotz studium? hatte da ja schon 100 % gegeben und danach Schwierigkeiten bekommen einen job zu bekommen.
Wahrscheinlicher ist, dass es einfach viel mehr Jobbezeichnungen geben wird, um diesen unerträgliche Irrsinn "ich mach aber das gleiche" zu ersticken.
"bei gleicher Jobbezeichnung" ist halt auch unsinn. Bin aktuell auf der Suche und muss jedes mal in die Stelle reinschauen weil die Jobbezeichnung selbst einfach nicht sagt was eig genau gesucht wird. Hab von Projektverantwortlichen, über sales, bis hin zum Programmierer schon alles unter derselben Jobbezeichnung gefunden.
Die klassische "leistungsorientierte Bezahlung" wird es nicht mehr geben. Wer überdurchschnittlich viel leistet bzw. leisten könnte fällt womöglich ab, weil er sich (bewusst oder unbewusst) denkt wieso er mehr Einsatz als andere zeigen soll, wenn sich das nicht in seinem Gehalt widerspiegelt.
Gerade Leistungsträger, die mehr als "Dienst nach Vorschrift" machen, bräuchten die Unternehmen und das Land heute mehr als je zuvor.
Ich hoffe daher auch sehr, dass sich das im Sand verläuft und/oder Schlupflöcher gefunden werden, die diese Entwicklung vermeiden.
Gerade mit der Transparenz wird es die geben. Weil dann kann ich als MA ja sehen was die anderen verdienen, wie gut sie arbeiten weiß ich jetzt schon. Deine Angst beruht auf der Vorstellung, ein Chef könne nicht objektiv sagen hey der andere macht mehr und verdient mehr. Da ändert sich mmn nichts. Was sich ändert ist , dass Firmen gute Arbeitskräfte nicht mehr für unter ihren Wert halten können.
Leistung ist aber kein Entscheidungskriterium mehr, es geht einzig um Aufgaben und Jobbezeichnung. Andere Länder zeigen, dass bspw. alle Bürokaufleute auf ein Niveau gehoben werden und dann dort verweilen. Besondere Leistungen können in diesem System nur schwer belohnt werden, weil (außer in der Produktion) kaum messbar bspw. vom Betriebsrat strikt untersagt (Leistungsmessung verboten).
Das stimmt nicht. Leistung kann belohnt werden, aber das Gesetz setzt objektive messbare Leistung voraus. Firmen können natürlich sagen egal dann wird gleich bezahlt weil messbare KPI hat man nicht etabliert. Aber das heißt im Umkehrschluss, und ja auch in der heutigen Realität, dass eben nicht nach Leistung vergütet wird sondern nach einer Vielzahl von Faktoren wie zb sich verkaufen können.
Ich habe in meinem Team nur Leute die alle Uni-Abschluss haben (Diplom oder Master) und die gleiche Job-Bezeichnung. Aber die Unterschiede liegen zw. höchstem und niedrigstem Gehalt bei ca 17k Euro im Jahr und wenn es fair sein müsste, dann wären die sogar größer.
Natürlich würde der Mitarbeiter mit dem niedrigsten Gehalt (was immer noch wirklich ein gutes Gehalt ist btw) dann unzufrieden sein und die Sache ist, dass ein großer Teil des Unterschieds z.B. die Kommunikationsskills sind und wie reibungslos die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen läuft. Das bekomme ich eben von anderen Abteilungen und von wiederum meinem Chef auch so gespiegelt. Aber das kann man halt schlecht messen. Man könnte in den Nachbarabteilungen Umfragen machen aber dann würde nur der Anreiz entstehen besonders viel in der Kaffeeküche nette Gespräche zu halten und besonders nett und sympathisch zu sein statt tatsächlich hilfreich.
Ka ich habe jetzt schon auf der Arbeit eine regelmäßige Umfrage mit der ich Kollegen bewerten muss, auch aus anderen Teams. Sehe also kein Problem erstmal. Der Anreiz kollegial zu sein existiert heute ja noch mehr, weil man nicht vergleichen kann was andere machen, sprich ohne objektive Kriterien bewertet wird.
Du hast aber Recht, viele werden sich beschweren. Das sollte aber kein Problem sein, wenn man es artikulieren kann. Leute können ja shcon einschätzen, ob sie am. meisten arbeiten im Team oder nicht so. Wenn sie dann durch das Gesetz mehr fordern ist es zwar eine reale Belastung für Manager, aber nur eine kurzfristige - nach ein paar Jahren hat man die KPI schon eingeübt und alles verläuft fair.
Bei uns unterbindet der Betriebsrat konsequent jegliche Form von Messbarkeit, weil das als Mitarbeiterüberwachung gesehen wird. Daher können wir gar keine KPIs vereinbaren.
Genau das wird in vielen Bereichen passieren und das ist ein großes Problem.
Das passiert zB im öffentlichen Dienst und an Unis. Warum sollte jemand mehr leisten wenn der faulste Kollege gleich viel verdient?
Exakt und das ist sehr schädlich für uns als Gesellschaft.
Aber das Gesetz schreibt nicht gleiche Bezahlung vor? Wie macht ihr den Sprung von Transparenz zur gleichen Bezahlung?
Ist der Dir wirklich nicht offensichtlich?
Wenn Mitarbeiter die weniger verdienen (aus guten Gründen, nicht wegen Diskriminierung) sehen, dass sie weniger verdienen ist das nicht nur scheiße für die Stimmung in der Firma, es wird auch als Argument verwendet werden um mehr zu fordern - vermutlich mit Unterstützung des Betriebsrates der eh immer komplett realitätsfern ist. Im worst case muss man nur sich was einfallen lassen warum man vermeintlich diskriminiert wird ("weil ich Ossi bin", "weil ich körperlich kleiner bin", "weil ich hässlich bin" (Stichwort pretty privilege)). Richtig doof wird es dann, wenn jemand tatsächlich weniger verdient wegen Leistung aber zufällig in eine Gruppe fällt die tatsächlich öfter diskriminiert wird.
Warte wenn sie aus guten Gründen weniger verdienen, müsste es erklärbar sein. Aber viele (zb Frauen) verdienen ja weniger weil sie schlechter verhandeln und nicht weil sie weniger machen. Für die Fälle wäre es eine Verbesserung.
Unter dem Strich bedeutet es eine Verstärkung der Arbeitnehmerrechte - ich denke insgesamt mehr Druck auf Arbeitgeber mehr zu zahlen.
Ein unterdurchschnittlicher Arbeitnehmer wird sicher nicht von sich denken, dass er/sie unterdurchschnittlich ist. Daher gibt ein erhöhtes konfliktpotential.
Beim Thema Verhandlungsgeschick kann man ja geteilter Meinung sein. Das ist eben auch ein Skill den manche haben und manche nicht.
Aber ja - man kann es definitiv erklären.
Aber ist halt scheiße für die Stimmung es erklären zu müssen und akzeptiert werden wird es leider eh nicht.
Gehälter hängen ohnehin nicht direkt mit Leistung zusammen. Ja gute Leistung bringt tendenziell mehr Gehalt, aber auch freundlich zu Vorgesetzten sein oder ein dutzend anderer Gründe. Insofern spricht mehr Transparenz eher für Leistung - da kann man argumentieren, dass man ja mehr macht als die anderen.
Du irrst sicherlich nicht, ist IMO unvermeidlich. Eine Art Regression zum Mittelwert.
Wird jedes Land eh wieder leicht anderst umsetzte.
Was ich bisher so verstanden habe in Österreich wirds wohl so aufgebaut das eine berufsgruppe dein beispiel Zerspanner in Altersgruppen angegeben werden. Sagen wir 19-29 30-39 usw. Und hier wird der niedrigste höchste und das durchschnittliche gehalt angegeben. Sagen wir grp 30-39 niedrigster lohn 2000€ dein Dieter 32 hat 2300 dein Franz 36 hat 2500 und der höchste lohn ist 3000.
Ist zumindest eine orientierung was auch immer dann rauskommen mag am ende.
Wirklich positiv ist das auch diese zahlen in Stellenangeboten angegeben werden müssen. So weis man immerhin in welchem rahmen gezahlt wird und hat eine verhandlungsbasis bzw spart sich eine bewerbung von vornherein.
Ich finde es vor allem bei der Jobsuche gut, so kann man wenigstens einsehen was einen Gehaltstechnisch erwartet und muss sich nicht bewerben nur um dann gesagt zu bekommen "so viel zahlen wir nicht (oder ähnlich)".
Ich denke auch, dass bei den Gehältern nicht viel passieren wird. Die AG werden genug Eigenschaften erfinden, damit sie jeden genauso einstufen können wie es bereits ist. Betriebszugehörigkeit sehe ich an erster Stelle und den engagierten und guten Juniors die Motivation genommen wird.
Ich denke es wird möglich sein, sich Bewerbungen zu Bumsbuden zu sparen, das gilt aber eher für Angestellte mit Ambitionen. Jemand der einfach Geld braucht , wird wohl nehmen was passt.
Die Sätze " überdurchschnittliches Gehalt " , " branchenüblich " usw kommen dann auf jeden Fall auf den Prüfstand.
Firmen die mit Haustarif, ohne Tarif oder ähnliches sind auf jeden Fall unter Zugzwang wenn sie Leute suchen.
Vielleicht einen Vergleichswettbewerb nach unten. Wer durch bessere Leistungen im selben Job mehr verdient, wird möglicherweise Neid und Druck bekommen.
Ist es nicht eher so, dass statt dem Durchschnitt der Median genommen wird und es ausserdem bei einer Stellenausschreibung zwingend angegeben sein muss?
Das war/ist wahrscheinlich auch der Grund, warum in den letzten Jahren die Gehälter so massiv gedrückt wurden, damit man ab der Pflicht nicht so hohe Gehälter nennen muss!?
Das würde auf jedenfall Bewerber besser informieren.
I'm öD kennt man das nicht anders. Da ist alles öffentlich.
(IGM) wusste jeder schon bei der Ausschreibung immer wie welche Stelle eingestuft ist… und dann auch was der, der darauf besetzt wurde eben verdient. Die 10..20% Leistungszulage werden dann auch keinen mehr vom Hocker hauen.
Will sagen: für alle Tarifbeschäftigten ändert sich nicht viel. Höre hier auch zum ersten Mal von dem Thema.
Bei uns isses zb so, (igm konzern) das 90 prozent das gute Leben haben und 10 % noch mit nem Haustarif einer aufgekauften Firma rumeiern.Sind zähe verhandlungen. Ich gehöre leider zu den 10 %, es fehlen zb tzug und einiges an prämie,sowie gleiche stelle aber eine eg stufe drunter. Vielleicht hilft mir das Gesetz,mal sehen.
Das wird nur für Neid und Stress sorgen und unseren Standort weiter schwächen.
Wurde längst Zeit. Arbeitsmarkt ist nicht für die Arbeitgeber sondern für die Arbeitnehmer und ein Markt ohne transparenz kann nicht existieren.
Ein Markt ist immer für Anbieter und Abnehmer. Sonst gibt es keinen Markt
Sehe ich komplett anders. Das geht komplett an der Realität vorbei, dass nicht alle mit gleicher Stellenbeschreibung gleich sind. Man nimmt besseren Arbeitnehmern komplett die Motivation auch besser zu performen. Oder man schafft damit noch viel mehr Wildnis in den Titeln um irgendwie die Gehälter zu rechtfertigen.
Das ist ein Gesetz was maximal Low-Performern und den typischen "ich tue das nötigste" Leuten hilft.
Informationen zu verstecken damit die Arbeiter bleiben ist auch keine Lösung. Der Arbeitgeber wird gezwungen sich zu erklären welche Leistungen wie entlohnt werden, wenn überhaupt.
Das Gesetz schreibt doch keine gleichen Gehälter vor. Nur Transparenz. Es hilft sogar eher in Fällen wo Gehalt eben nicht von der Leistung, sondern von persönlichen Beziehungen abhängt.
Nein, denn es wird infolgedessen nicht mehr die individuelle Leistung honoriert, sondern der Durchschnitt. Es wird dazu führen, dass die Leistungsträger verschwinden. Speziell im Engineering ist es so, dass bahnbrechende Ideen / Mehrwertschaffende Prozesse / ... von ganz wenig einzelnen kommen und der Rest mehr wie Lemminge sind, die Folgen oder Idlen.
Informationen zu verstecken damit die Arbeiter bleiben ist auch keine Lösung. Der Arbeitgeber wird gezwungen sich zu erklären welche Leistungen wie entlohnt werden, wenn überhaupt. Das kann auch der Motivation dienen.
Nein, eben nicht. Der Sinn und Zweck ist ein Einheitsgehalt, unabhängig der Leistung.
Das Potential mehr zu verdienen als andere führt beim ein oder anderen zu einer höheren Leistung. Wenn ich unabhängig meiner individuellen Leistung entlohnt werden, wieso sollte ich mich mehr anstrengen als andere?
Ich verstehe deine Argumentation nicht, keiner hindert den Arbeitgeber daran zusätzliche Leistungen mit mehr Geld zu entlohnen. Oder die Arbeiter in der gleichen Gruppe (alles Softwareentwickler) unterschiedlich zu bezahlen, er wird sich aber verständlicherweise erklären müssen woher der Unterschied kommt und man wird auch sehen ob es stimmt.
Hilft höchstens dem AG insgesamt weniger Gehalt zu zahlen. Er muss an sich jede Erhöhung eines Einzelnen gut begründen, da am ende sonst jeder eine ähnliche Erhöhung haben will. Also wird eine Gehaltserhöhung auch immer geringer ausfallen und High-Performer schauen dabei wieder einmal in die Röhre. Das gefühl etliche Kollegen mit durchzuziehen wird dann auch noch mit der tatsache verschlechtert das man uu wenig verdient.
Ein gewinn für weniger leistungsbereite und für den AG und ein verlust für die High-Performer.
Mehr Bürokratie top
Wird sehr wahrscheinlich weniger Ausreise nach oben wie mach unten geben also werden die die sowieso schon viel tun wieder Mal benachteiligt
"Oder Leiharbeiter Leo bekommt leicht raus ,was sein Chef so für ihn abrechnet?"
Wie geht das?
Ich hab mich doof ausgedrückt, ich meinte er kann Rückschlüsse auf den Gehaltsunterschied zu den Festangestellten ziehen und damit auch auf den Gewinn seiner Firma.
Mein Arbeitgeber wird einen Weg finden die Regel so auszulegen dass sich absolut nichts ändert. Wir haben auch schon so etwas, aber ich kann mein Gehalt nur mit dem Durchschnitt aus mehreren Personen abgleichen die quasi exakt wie ich sind. Und da gibt's halt nicht genug (trotz Weltkonzern).
Also in Firmen, wo ich bisher war, wurden die Chefs sehr fix sauer, wenn wir über Geld reden.
Kann mir vorstellen, dass das Vielen nicht passt und sie deshalb eine Menge Kündigungen aussprechen.
Genau diese Penner kann es ruhig treffen, dann sollen die ihren Kram selbst auf die Reihe bringen. Wenn sie nicht in der Lage sind ordentliche Löhne zu zahlen, dann kann das weg.
Naja, das Prinzip ist alt Sparen um jeden Preis.
Es ist billiger, fest angestellte durch zeitarbeiter zu ersetzen. Wie, equal Pay? Erstmal alle rauswerfen und die gehaltsobergrenze auf den Mindestlohn festsetzen...
Alles erlebt.
Kenne ich auch , selbst erlebt. Wollen wir hoffen das das Karma sie ordentlich anal penetriert.
Qualität der Zeitarbeiter ist ja auch ziemlich unbeständig.
Wir wollen das Beste für uns 2026 hoffen.
Ich kann aus der Unternehmenssicht berichten, da ich zu dem Thema bereits mehrfach referiert habe und viele Gespräche mit Unternehmen dazu geführt habe.
Die meisten Unternehmen haben das Thema aktuell noch nicht wirklich auf dem Radar. Das Gesetz ist deutlich komplexer als die oft verkürzte Vorstellung, dass künftig einfach alle Gehälter offenliegen. Unternehmen müssen Vergleichsgruppen bilden, nachvollziehbare Kriterien definieren und regelmäßig Berichte erstellen. Genau hier liegt eines der größten Probleme, da viele Firmen diese Strukturen bisher nie sauber aufgebaut oder dokumentiert haben. Kommt es später zu Streitfällen, liegt die Beweislast beim Unternehmen und das ist vielen noch nicht bewusst.
Ich gehe deshalb davon aus, dass sich kurzfristig zunächst wenig verändern wird. Eine sofortige Klagewelle oder massive Unruhe in den Betrieben erwarte ich nicht. Viele Beschäftigte werden abwarten, auch weil der Arbeitsmarkt derzeit nicht überall ausreichend attraktive Alternativen bietet.
Langfristig wird das Thema jedoch deutlich an Dynamik gewinnen. Arbeitsrechtskanzleien beschäftigen sich bereits intensiv damit. Das Gesetz eröffnet Arbeitnehmern z.B. ausdrücklich die Möglichkeit, zu niedriges Gehalt rückwirkend geltend zu machen, meines Wissens nach für bis zu drei Jahre. Kann ein Unternehmen dann nicht schlüssig nachweisen, dass die Vergütung sachlich gerechtfertigt und fair war, drohen Schadensersatzansprüche gegenüber dem ehemaligen Arbeitnehmer.
Der eigentliche Effekt wird daher zeitverzögert eintreten. Erst wenn die ersten Verfahren geführt werden und Unternehmen spürbar merken, dass ihre bisherigen Strukturen nicht ausreichen, wird es zu echten Anpassungen kommen.
In Deutschland ist bereits seit 2017 das Entgeldtransparenzgesetz in Kraft, dass in die gleiche Richtung geht wie die EU-Richtlinie. Das wurde von vielen Mitarbeitern direkt genutzt und siehe da, es gab teilweise wohl tatsächlich erhebliche Gehaltsunterschiede. Um einen Shitstorm und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden ist die Firma in die Flucht nach vorne gegangen und hat die Gehälter der Mitarbeiter von sich aus angeglichen.
Haha, wir könnten erst mal bei Transparenz für die Kollegen aus der EU Politik anfragen.
Hab schon als Kind nie verstanden warum die erwachsenen sich da so schwer tun über Geld zu reden. Jeder verdient Geld. Der eine weniger und der andere mehr. Dafür Brauch man sich nicht schämen. Meistens arbeiten die die weniger verdienen sogar körperlich härter und richten ihren körper hin. Sollen alle mal lockerer werden.
Ich würde nie einer 50% Kraft, 50% von dem zahlen, was sie mit 100% bekäme, es sei denn, man muss, weil sie verkürzt hat.
Was ist mit verkürzt gemeint,die Ausbildung? Kannst du erklären was du warum zahlen würdest?
Dieses Gesetz wird bei Einstellungen den Funnel für Personen, die sowieso schon eingeschränkt sind, Teilzeit wegen Kindern etc., noch enger machen.
Erstmal werden alle Mittelständler, die es sich leisten können, in Frührente gehen, weil sie keinen Bock mehr auf diesen sozialdemokratischen Kindergarten haben. Ich kenne viele Unternehmer, die jetzt mit 55 bis 60 komplett aufhören. Ich gehöre dazu..